🕯️️ Erinnern️ heißt️ Verantwortung️ tragen️ –️ unser️ Besuch️ im️ Hotel️ Silber
17.04.2026
Am 14.04.2026 besuchten die Klasse 12-3 im Rahmen einer GFS im Fach GGK das Hotel Silber in Stuttgart. Einen Ort, der eindrücklich zeigt, wie nah Geschichte sein kann. Ursprünglich wurde das Gebäude von 1874 bis 1919 als Hotel genutzt. Danach diente es verschiedenen staatlichen Einrichtungen, bevor es während der NS-Zeit (1933–1945) zur Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Stuttgart wurde. Von hier aus wurden Menschen überwacht, verhaftet, verhört und in Konzentrationslager deportiert.
Das Hotel Silber zeigt die verschiedenen Phasen der nationalsozialistischen Diktatur und den Terror der Gestapo in Stuttgart. Die Ausstellung machte deutlich, wie die Gestapo das Weltbild des NS-Regimes in der Realität umsetzte. Besonders erschreckend war zu sehen, dass Verfolgung nicht im Verborgenen stattfand. Vor den Augen der Öffentlichkeit wurden politische Gegner, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma systematisch ausgegrenzt, gedemütigt, verfolgt und deportiert.
Ein besonders hoffnungsvolles Beispiel ist die Familie Dipper, eine evangelische Pfarrersfamilie. Sie halfen während der NS-Zeit jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, indem sie sie versteckten und so vor Verhaftung und Deportation schützten. Damit setzten sie ihr eigenes Leben bewusst aufs Spiel, da diese Hilfe streng bestraft werden konnte. Ihr Handeln steht für Zivilcourage und Menschlichkeit in einer Zeit von Terror und Verfolgung.
Ein besonders bewegendes Beispiel aus dem Hotel Silber ist das Schicksal von Else Josenhans: Sie war Jüdin und mit einem nichtjüdischen Mann verheiratet („Mischehe“), wodurch sie zunächst teilweise vor Deportationen geschützt war. Als sich die Verfolgung jedoch zuspitzte und ihr die Einweisung in ein Arbeitslager drohte, wurde sie im Frühjahr 1945 von der Gestapo festgenommen und in das Hotel Silber gebracht. Dort blieb sie in Haft und wurde am 10. April 1945 – nur wenige Wochen vor Kriegsende – von der Gestapo ermordet. Heute wird an sie in Stuttgart durch einen Stolperstein sowie durch ihr Gedenkenvor Ort erinnert, damit ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät. Ihr Fall zeigt, wie brutal das Regime selbst bis zuletzt vorging.
📍Unser Fazit: Der Besuch hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Geschichte zu verstehen – nicht nur alsVergangenheit, sondern als Verantwortung für die Gegenwart. Demokratie, Menschenrechteund Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit.
👉 Deshalb gilt: Erinnern heißt handeln.
Beitrag einer Schülerin aus der Klasse 12-3 im Rahmen ihrer GFS-Arbeit









